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Halbgötter
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ZURZEIT HERRSCHT EIN ENDGÜLTIGER AUFNAHMESTOPP!


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Die Teams sind eingeteilt und deshlab haben die Halbgötter endlich Zeit sich mit ihren Teamkameraden zu unterhalten und auszutauschen, eine Pause steht an. Unterdessen merkt man immer mehr, dass es auf den Mittag zugeht, besonders jetzt, im Sommer. Es ist gerade Mitte der Woche, Mittwoch.


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Die Sonne zieht am Horizont weiter ihre Bahnen immer mehr Richtung Höhepunkt, während dementsprechend die Temperaturen steigen. Ganze 30°C haben wir schon wieder und das ist noch nicht die Höchsttemperatur!
Ansonsten zeigt sich der Himmel eher klar mit ein paar einsamen Wolken, die ihren Weg durch die Windstille suchen.



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 Das Leben der Welle

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BeitragThema: Das Leben der Welle   Mo Jan 23, 2012 1:40 am

So hier wie versprochen eine meiner Kurzgeschichten^^
Viel Spaß beim Lesen (;

Sie kommt.

Es kommt.

Alles kommt.

Flieh, solange du kannst.



Jenna McGuire lag die Arme über dem Kopf verschränkt im leichten Nachthemd in ihrem kleinen Bett. Langsam ging die Sonne auf, ihre kleine Sonnenuhr im Zimmer wurde schon leicht erleuchtet. Sie zählte die Sekunden mit. Tick, Tack. Tick, Tack. Eine richtige Uhr hatten sie nicht. Drei – zwei – eins. Ein blendend heller, weiß-gelber Lichtstrahl zeichnete sich über ihrem Bett ab. Geblendet blinzelte sie, bis ihre Augen nicht mehr brannten. Sie ging zum Fenster und schaute dem allmählichen Treiben in ihrem schmutzigen Dorf zu.

Es war schon besser geworden, seit der Jahrtausendwende, der Fischfang war gut, sie verdienten wenig Geld, hatten aber alles, was man zum Leben brauchte. Trotzdem war ihr Leben von einer Sorge überschattet. Mehrere Männer, darunter ihr Vater, waren im Dschungel verschwunden. Im großen, weiten Wald. Seit drei Tagen waren sie verschwunden, länger als einen Tag wollten sie nicht wegbleiben. Jenna fröstelte. Was auch immer sie aufhielt, es sollte sie freilassen. Lange würden sie ihre Kosten nicht mehr tragen können.

Jenna war nicht das einzige Kind in ihrer Familie. Da war noch ihr kleiner Bruder, Kristof, und ihre kleine Schwester, Tami. Tami war fünf Jahre alt, Kristof sieben. Ihre Mutter war noch sehr jung für ihr Alter, ihr Vater ebenfalls.

Müde stand das älteste Mädchen der Familie auf und weckte ihre Geschwister. Kristof stand schnell auf und tat so, als wäre er ein Soldat im Krieg, er nahm einen langen Stock und benutzte es als Maschinengewehr. Sein größter Traum war es, im Krieg mitzuhelfen und aus dieser Einöde rauszukommen. Dabei war er doch erst sieben Jahre alt. Von seinem lauten Brüllen wurde Tami wach. Sie blieb noch im Bett liegen. Jenna seufzte. Die Arme Kleine. Ihr ging es überhaupt nicht gut. Vermutlich war sie schon mit einem Genfehler zur Welt gekommen, aber es gab keine Heilung. Jenna nahm sie auf den Arm, der kleine Körper fühlte sich ganz schwach an. Jenna ging mit ihr in die Küche, ihre Mutter stand schon am Topf, der über einer Feuerstelle erwärmt wurde. Als sie sah, dass das süße Wasser schon in den schweren Eimern von ihrer schwachen Mutter geholt worden war, bekam Jenna direkt ein schlechtes Gewissen. Ihre Mutter hatte auch schon genug Sorgen, ohne das ihre Tochter nicht mal mehr eine der wenigen Aufgabe übernahm, die sie zugeteilt bekommen hatte. Jenna setzte ihre kleinen Schwester in den spezial angefertigten Stuhl, der vor zwei Jahren gekauft wurde, da ging es ihnen allen noch gut, da hatten sie noch genug Geld.

Jenna´s Mutter gab billigen Reis in drei kleine Schüsseln, sie selbst aß nichts, sie hatten nicht mehr genug. Jenna hatte keinen Appetit, die schlechte Stimmung bedrückte sie, sie schob ihre Schüssel zu ihrer Mutter. Diese nahm sie mit einem leeren Blick entgegen, die Sorge um Jenna´s Vater hatte ihr alle Hoffnung und allen Mut genommen. Müde tupfte Jenna ihrer kleinen Schwester die Sabber vom Kinn, und schob ihr einen Löffel Reis in den Mund, der mit offenem Mund zerkaut wurde. Ihr Bruder aß seinen Reis selbst, danach musste er nach draußen gehen, Steine zum Bau schleppen. Es war im Moment das einzigste Geld, was ihnen eingebracht wurde.

Jenna wechselte ein paar Worte mit ihrer Mutter, ihr Vater war immer noch nicht zurückgekehrt. Jenna seufzte, dann wurde ihr Blick entschlossener. Sie durfte nicht die Hoffnung aufgeben, wenn es keine Hoffnung mehr gab, dann gab es auch keinen Ausweg mehr. Eine gute halbe Stunde später war sie alleine in den zwei Kämmerchen, die sie zum Leben hatten, kaum als Haus erkennbar. Ihr Bruder war arbeiten, ihre Mutter ebenfalls und Tami hatte die Mutter mitgenommen. Jenna kämpfte mit den Tränen. Es ging ihnen allen so schlecht. Sie schaute sich im Haus um. Ihre Wände waren aus einfachem Ton, gemischt mit kleinen Steinen. Das Dach bestand aus Palmenblättern.

Langsam wurde die Luft drückend und schwer, schwül durch die frühe Hitze des Tages. Jenna ging hinaus, ging den einfachen Weg aus Erde lang, der zur Versammlungstelle des Dorfes führte. Draußen wurde es nicht besser, eher noch schwüler, wärmer und stickiger. Bald liefen ihr Schweißtropfen den dunkelhäutigen Rücken entlang und tränkten ihr cremefarbenes Hemd. Ihre dunkelbraunen, langen Locken klebten ihr am Kopf, am Nacken und am Rücken.
Als sie den Weg weiterging sah sie eine Traube von Leuten aus dem Dorf nah beieinander stehen. Neugierig bahnte sie sich einen Weg durch die Masse und musste sich überwinden, nichts aus ihrem leeren Magen hochzuwürgen. Es lagen vier Gestalten verstreut herum, teilweise unkennbar zerfetzt. Nur eine Gestalt konnte man an seinem leuchtend roten Halstuch erkennen, ein Geschenk von seinem mittlerweile verstorbenen Vater. Den Vater von Jenna. Jenna stürzte zu der Leiche und vergrub den Kopf in den blutgetränkten, roten Stoff. Lauthals schluchzte sie, betroffen schauten einige Leute weg, andere wandten sich ab, jeder hatte mit Verlust zu kämpfen und mit künftigen Armen wollte man nichts mehr zutun haben. Und die kommende Armut stand auch Jenna deutlich ins Gesicht geschrieben. Ein starker Mann bedeutete Nahrung und Unterstützung. Ein Toter bedeutete nichts, hart gesagt aber so war es. Betäubt vom starken Verwesungsgestank stand Jenna auf, und rannte weg.

Weg, weg, nur weg von hier, schoss es ihr durch den Kopf. Schließlich kam sie am Strand an. Der heiße Sand lag schnell hinter ihr, das kühle Meerwasser am Ende spülte ihre trüben und verworrenen Gedanken fort. Sie ging den Strand entlang und legte sich schließlich unter eine Palme. Schließlich schlief sie ein. Nach der Mittagszeit wachte sie auf, die Sonne war weitergewandert, die gefährlichste Zeit, wenn die Sonne am höchsten stand, war vorbei. Regenwolken zogen auf, das Meer wurde unruhig. Nichts Neues für Jenna, an schnelle klimatische Veränderungen war sie gewöhnt. Sie ging zurück an den Strand.

Als ihre Füße das Meerwasser erneut berührten, fiel der erste Regentropfen. Immer schneller fielen die Tropfen und spülten den Schweiß aus Jenna´s Gesicht fort. Sie schloss die Augen, vielleicht würden mit dem Schweiß auch ihre Sorgen vergehen. Blitze zuckten über den Himmel, die Palmen schwankten umher, der Wind zerrte an ihrem Hemd und Jenna genoss das alles, sie genoss einfach alles. Die dunkle Wand, die sich am Horizont näherte, bemerkte sie allerdings nicht. Monsunartiger Regen fiel vom Himmel, die Leute suchten schnell ihre provisorischen Häuser auf, um sich vor dem schlimmsten zu retten.

Keiner aus dem Dorf bemerkte die Riesenwelle, die sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit der Küste näherte. In anderen Bereichen des Landes bemerkte man die Welle schon, sehr früh sogar, man verfügte über die nötigen Mittel, Messgeräte und Scanner, aber an die Menschen, die dort an der Küste lebten, dachte keiner. Viele Gedanken verflüchtigten sich, man dachte schnell wieder an die eigenen Sorgen, wie man das nächste Computerspiel herstellte oder welches Essen man kochen sollte. Niemand dachte an die eigentlichen Probleme, wie überlebt man den Tag noch? Alle dachten an unnötige Probleme, keiner hielt es für notwendig die Dorfbewohner zu warnen. So schnell wie die Riesenwelle die Stelle, an der die Dorfbewohner gelebt hatten, weggespült hatte, genauso schnell vergaß man, dass sie überhaupt existiert hatten.

Jenna öffnete die Augen, als die Riesenwelle noch fünfhundert Meter von der Küste entfernt war. Sie hatte ihre vollkommene Größe erreicht. Merkwürdigerweise wunderte Jenna sich nicht, sie wusste schon lange, dass es passieren würde, aber nicht wann genau. Als sie Welle bei ihr eintraf und sie mit unglaublicher Kraft mit sich riss, sie aber auch gleichzeitig umarmte wie eine late Freundin, kümmerte sich ihre Mutter immer noch um Tami und ihr Bruder stolperte im Regen mit seinem Stock herum, den er immer noch für ein Gewehr hielt.

Jenna lächelte.

Schade eigentlich, dass das so kommen musste. Aber wenn jeder sich nur um sich selbst kümmert,und nur an sich selbst denkt, ist so etwas wohl nicht zu vermeiden, dachte sie sich so.
Und dabei lächelte sie immer noch, einfach nur froh, dem Grauen der Menschheit entkomen zu dürfen.
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Matthew

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Halbgott, Moderator

BeitragThema: Re: Das Leben der Welle   Mo Jan 23, 2012 2:01 am

Oha. Shocked
Das ist mal eine krasse Geschichte.
Voll gut!
Mir fehlen die Worte.


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BeitragThema: Re: Das Leben der Welle   Mo Jan 23, 2012 2:55 am

ich kenne die Geschichte schon und ich finde sie wie früher genauso super. Ich habe ja gesagt das Caspar besser ist ^^
freue mich wenn du weitere Storys rein stellst!
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BeitragThema: Re: Das Leben der Welle   Mo Jan 23, 2012 5:47 am

Danke Leute (;
Und Ann, stimmt nicht! Deine sind mind. genauso gut!
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